Erdbeeren pflanzen: Dieser Fehler lässt die Pflanze faulen
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Von Ende Juli an ist die beste Zeit, um die süßen Früchte ins Beet zu setzen. Was danach bei Sortenwahl, Boden und Pflege zählt, sagen zwei Gartenfachleute.
Wer im nächsten Sommer eigene Erdbeeren ernten will, pflanzt am besten jetzt. Zwei Fachstellen haben jetzt dem Nordkurier erklärt, worauf es ankommt: die Gartenakademie Rheinland-Pfalz und der Landesverband der Gartenfreunde Mecklenburg-Vorpommern. Ihr wichtigster Befund: Im kühlen Nordosten muss niemand früher ran als im warmen Süden.
Wann müssen Erdbeeren in die Erde?
Die beste Zeit für wurzelnackte Jungpflanzen liegt zwischen Ende Juli und Mitte August. In Rheinland-Pfalz sollten sie bis etwa zum 15. August im Boden stehen, erklärt die Gartenakademie. Je später gesetzt wird, desto geringer fällt der Ertrag im Folgejahr aus. Getopfte Grünpflanzen aus dem Handel vertragen dagegen auch einen späteren Termin.
Warum ausgerechnet im Spätsommer?
Im September, wenn die Tage kürzer werden, legt die Erdbeere die Blütenknospen für das nächste Jahr an. Wer zu spät pflanzt, lässt ihr kaum Zeit, vorher einzuwurzeln. Dass der Norden deshalb keinen früheren Termin braucht, begründet die Gartenakademie mit dem rheinland-pfälzischen Weinbauklima und einer ähnlich langen Wachstumsphase – der mecklenburgische Landesverband sieht es genauso.
Welche Sorten lohnen sich?
Bei einer Sorte sind sich beide Fachstellen einig. Die alte Mieze Schindler schmeckt besonders aromatisch. Sie ist allerdings nicht selbstfruchtend, es muss also eine zweite Sorte als Befruchter danebenstehen, wie der Landesverband anmerkt. Die neueren Züchtungen Mieze Nova und Neue Mieze schmecken ähnlich. Sie tragen mehr und bestäuben sich selbst.
Sonst empfiehlt jede Stelle andere Sorten. In Mecklenburg-Vorpommern gilt die alte Senga-Sengana als bewährt. Zunehmend gefragt sind dauertragende Sorten wie Mara de Bois, Ostara oder Florentina, die bis in den Herbst tragen. Die Gartenakademie ordnet nach Reifezeit, früh die Daroyal, im mittleren Bereich Darselect, Korona und Sonata, spät die Malvina.
Woran erkennt man gute Jungpflanzen?
Gesunde Exemplare erkennt man laut Gartenakademie an kräftig grünen Blättern ohne Flecken oder Mehltau, vertrocknete Blätter dürfen nicht dabei sein. Wurzelnackte Ware sollte viele feine Wurzeln haben, die beim Kauf unbedingt feucht sind, getopfte Pflanzen einen gut durchwurzelten Ballen. Im Beet haben sich drei Pflanzen pro Meter bewährt, damit die Luft zwischen den Reihen zirkuliert.
Wie viel Wasser braucht die junge Pflanze?
Nach dem Setzen kommt es aufs Wasser an. Die frisch gepflanzten Erdbeeren werden einmal durchdringend gegossen und an heißen, sonnigen Tagen danach mehrmals kurz überbraust. Das hält die Luft feucht und bringt sie rasch zum Wurzeln, ohne den Boden zu ertränken. Welken dürfen sie dabei nie. Bei bedecktem, regnerischem Wetter reicht oft schon das erste Angießen, getopfte Pflanzen sind unempfindlicher.
Die häufigsten Fehler beim Pflanzen
Die meisten Fehler passieren beim Pflanzen selbst. Wird das Herz der Pflanze, die Krone, mit Erde bedeckt, fault sie. Steht sie zu eng, staut sich Feuchtigkeit, und Pilze haben leichtes Spiel. Und wer später in der Blüte- und Fruchtzeit unregelmäßig gießt, erntet kleine, wenig aromatische Beeren.
Was macht den Erdbeeren zu schaffen?
Besondere Schädlinge für Mecklenburg-Vorpommern kennt der Landesverband nicht. Zu schaffen machen eher das Wetter und Pilze. Spätfröste können die Blüten erfrieren lassen. Hitze und Trockenheit setzen den Pflanzen zu, und bei anhaltender Nässe faulen die Früchte. Dagegen helfen ein luftiger Standort und eine Strohschicht unter den Früchten, dazu im Frühjahr maßvoller Stickstoff. Bei den Tieren sind es vor allem Nacktschnecken, die die reifen Früchte anfressen.
Welcher Boden, welcher Platz?
Erdbeeren brauchen humusreichen, leicht sauren Boden, versorgt mit Kompost, gut verrottetem Stallmist oder organischem Beerendünger. Gegen Bodenmüdigkeit sollte das Beet spätestens nach zwei bis drei Jahren an eine neue Stelle wandern. Als Vorkultur eignen sich Erbsen oder Bohnen, rät der Landesverband, nur nicht dort, wo eben noch Erdbeeren standen. Wo der Platz für einen echten Wechsel fehlt, hilft laut Gartenakademie eine Aussaat von Tagetes gegen Nematoden im Boden.
Der wichtigste Rat für Einsteiger
Einsteigern macht der Landesverband trotz allem Mut, mit ein paar Kniffen sei die Kultur einfach. Einen davon sollten auch Anfänger beherzigen: Bilden sich an frisch gepflanzten Erdbeeren schon Blüten oder Ausläufer, kommen sie ab. Sie kosten die junge Pflanze nur die Kraft, die sie zum Einwurzeln braucht.
Von Matthias Lanin




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